#109 Von Oma bis heute – was uns wirklich prägt
Shownotes
In dieser Folge wage ich gemeinsam mit meinem Gast Nina Köhler einen Selbstversuch: Wir erstellen und besprechen mein persönliches Genogramm. Dabei wird sichtbar, wie unsere Familiengeschichte unser Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen kann – oft, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen.
Wir sprechen darüber, • was ein Genogramm überhaupt ist, • welche Erkenntnisse darin verborgen sein können, • warum Familienbiografie weit mehr ist als ein Stammbaum und warum der Blick zurück manchmal hilft, den eigenen Weg nach vorne besser zu verstehen.
Eine spannende, persönliche und teilweise überraschende Reise durch meine Familiengeschichte. Mehr über Nina Köhler und ihre Arbeit findest Du hier:
https://familienbiografie-erleben.de https://www.instagram.com/familienbiografieerleben/ https://www.coaching-experts.com/coaches/nina-koehler/
Und mir kannst Du bei Instagram folgen
Transkript anzeigen
00:00:00: Bei uns in Hahn, Geschichten
00:00:02: aus der Gartenstadt
00:00:04: und drum herum.
00:00:05: Dein Hanna
00:00:06: Podcast mit Frank
00:00:08: Hoffmann.
00:00:12: Hallo Hannut herzlich willkommen zu einer neuen Folge im Hanna-Podcast.
00:00:16: Ich hoffe du hast die Hitzewelle gut überstanden Und ich freue mich über dein Interesse für diese Folge.
00:00:22: Zu Gast ist Nina Köhler von Familienbiografie erleben Und wenn du diesen Podcast regelmäßig hörst, dann wirst Du Dich daran erinnern dass Nina bereits in dem Jahr und zwei Tausend dreiundzwanzig mit diesem Thema zu Gast war.
00:00:35: Ich fand das Thema so interessant, als ich damals versprochen hatte einmal selbst mit ihr zu arbeiten um näheren Einblick in diese Arbeit zu bekommen die ich mir seinerzeit ehrlich gesagt auch nur schwer vorstellen konnte.
00:00:47: Jetzt ist doch einige Zeit vergangen aber wir haben nun das Genogramm meiner Ahnen aufgestellt und heute möchte ich Dir davon berichten.
00:00:55: Den Hintergrund zu dieser Folge kannst du dir gerne vorab anhören.
00:00:58: Die Folge erschien im Januar, zwei Tausend dreiundzwanzig unter dem Titel Du brauchst Wurzeln
00:01:03: umzuwachsen.
00:01:06: Ja eigentlich wäre heute auch der Zeitpunkt wo ich mich in die Sommerpause verabschiede doch die Pause wird nur sehr kurz.
00:01:12: so ist für den dritten August noch eine Folge geplant und am dreißigsten August gehen wir mit dem Lions Klub Hahn wieder in den gewohnten Zwei-Wochen-Rhythmus über.
00:01:22: Ich wünsche dir gute Unterhaltung bei der heutigen Folge und freue mich wie immer über deinen Feedback.
00:01:29: Ja, hallo Nina!
00:01:30: Herzlich Willkommen zurück.
00:01:32: Hallo Wir
00:01:34: hatten damals als wir die Folge aufgenommen haben Die wurde ja gesendet am threißigsten Januar XXIII Hatten wir über das Thema Familienbiografie erlebt gesprochen.
00:01:43: Mich hat das Thema so fasziniert Auch aus privaten Gründen weil ich selber so das Gefühl habe Mensch Ahnenforschung finde ich interessant.
00:01:51: Ich hab auch so ein paar Themen in der Familie, wo ich auch so'n bisschen Struggle.
00:01:56: Und da habe ich für mich überlegt, Mensch das würde ich auch gern mal machen und ich war in Euphorie abgesagt, betreffen uns in den nächsten Monaten und machen das.
00:02:03: jetzt hat's drei Jahre gebraucht bis wir was gemacht haben?
00:02:08: Und ähm...ich würde mich ganz gerne heute mit dir über meine Erfahrungen unterhalten In dieser Podcastfolge und auch mal erzählen wenn man nicht tagtäglich damit beschäftigt ist wie du und Profi ist, was macht das so mit einem?
00:02:24: Ja.
00:02:24: Das ist sehr spannend!
00:02:25: Was macht das mit einem, Frank?
00:02:26: Wir haben ja ... äh... das Genogramm gemacht.
00:02:29: Das hat ja ziemlich lange auch gedauert, weil man dafür ein bisschen Zeit braucht.
00:02:34: Du erinnerst dich.
00:02:35: Ähm, ja.
00:02:37: Was war da für Dich das Besondere dran?
00:02:42: Das Besondere war erst mal so das Ungewisse.
00:02:46: Das Ungewissse, weil du gesagt hattest Mensch, ähm Konzentriere dich mal auf so ein paar Daten, bring die mal bitte mit.
00:02:53: Von deinen Eltern von deinen Geschwistern, von deiner eigenen Familie also meinen Kindern meiner Frau aber eben auch von den Großeltern und vielleicht auch darüber hinaus.
00:03:03: Und für mich war ungewiss wie geht es denn dann weiter?
00:03:07: Weil mit den Daten die ich da mitgebracht hatte habe ich mich ja schon seit Jahren beschäftigt.
00:03:11: das heißt ich wusste ja genau Was macht mein Großonkel, den hatte ich ja durchrecherchiert.
00:03:16: Onkel John aus Amerika angeblich oder halt die Daten von meinen Großeltern.
00:03:26: teilweise kann sich ja die Großelter auch abweich da und Ich war zwar noch klein als sie gestorben sind aber ich habe es ja doch Teilweise zumindest kennengelernt.
00:03:36: Und ich dachte jetzt Ja gut jetzt haben wir das zahlen daten Fakten.
00:03:40: wie geht's denn jetzt weiter?
00:03:42: Genau, dann haben wir ja die Zahlen-Datenfakten erst mal auf ein ordentliches großes Blatt gebracht und quasi Ordnung in deinem Familiensystem gebracht.
00:03:52: Kannst du dich denn noch daran erinnern was wir bei Onkel John rausgefunden haben?
00:03:57: Weil da ging ja bei mir direkt so die Neugierlampe an wo ich so gesagt habe Aha der onkel john in amerika Ja, den gibt's ja eigentlich gar nicht.
00:04:09: Und das sind meistens die interessantesten Sachen ... dass diese Familiengeheimnisse, die ja über Jahre lang sich auch durchziehen und Familien- Geheimnisse sind oder irgendwie doch keine sind, weil jeder immer so eine kleine Andeutung macht und so... Die eigentlich sehr spannend sind!
00:04:26: Weil da kommen meistens dann doch die Tatsachen ans Licht irgendwann vielleicht erst nach vier oder fünf Generationen
00:04:35: Ja genau, also wir waren ja als Kinder schon immer geeicht.
00:04:38: Wir hatten so eine Galerie mit den Fotos.
00:04:41: Meine Mutter war da sehr akribisch hatte die alle so gerahmt und da hieß es aber, guck mal das ist Uncle John der ist nach Amerika ausgewandert Und ich habe ihn dann irgendwann tatsächlich recherchieren können mit einigen Dokumenten und hab ihr dann festgestellt dass er eigentlich die ganze Zeit Nach dem zweiten Weltkrieg in Stendal in Ostdeutschland gelebt hat dort auch verstorben ist und habe dann sogar persönlichen Kontakt in Briefform zu der Enkelin-Inständer aufnehmen können.
00:05:11: Und ich hab mich dann immer gefragt, warum wurde das eigentlich die ganze Zeit erzählt dass er in Amerika ist?
00:05:16: Wir hatten ja hinter Lassenschaften von ihm, er hatte ja seiner Mutter Briefe geschrieben.
00:05:23: In sütter Linenschrift.
00:05:24: meine Schwiegermutter hat sie dann übersetzt Entziffert übersetzt ist gut.
00:05:31: Ja, das ist immer sehr schwer aber manche Leute können ja tatsächlich noch dieses Südtalent sehr gut lesen und mittlerweile übersetzt auch die KI tatsächlich so ein bisschen davon.
00:05:42: Und was ich faszinierend fand an deiner Arbeit du hast ja sofort ein paar Muster gesehen und jetzt auch sofort aufgefallen dass Onkel John als die Briefe geschrieben wurden er selbst ja noch Kind war Richtig.
00:05:54: So, das habe ich gar nicht so auf dem Schirm gehabt.
00:05:57: Wurde es eigentlich ja vom Datum her... Die waren ja datiert diese Briefe.
00:06:01: und dann war natürlich die spannende Frage wer hat denn die Brieffe geschrieben?
00:06:06: Weil er aber eigentlich mit Sicherheit nicht in der Lage dient dieser schönen Schrift zu schreiben.
00:06:10: und da war deine Idee vielleicht war er an einem anderen Ort untergebracht im Internat oder in einem Heim oder oder oder
00:06:19: Genau, letztendlich haben wir dann ja anhand der Briefe auch ein bisschen rausfinden können.
00:06:25: Das war ja sehr christlich auch geschrieben und haben dann rausgearbeitet, dass das wahrscheinlich ein katholisches Kinderheim tatsächlich war und dass die Briefer natürlich im Namen von John geschrieben wurden aber eben von einer Erwachsenen auch geschrieben wurden wahrscheinlich eine Nonne oder eine Betreuerin, die ihn damals betreut hat.
00:06:49: Weil es natürlich ... weil er mit fünf, sechs Jahren, was sich übrigens sehr oft in diesem Alter in deinem Familiensystem auch wiederholt, da kann man vielleicht später noch mal draufzusprechen, dass er da die Briefe einfach nicht so schreiben konnte und das definitiv keine Kinderschrift ist.
00:07:06: Genau.
00:07:06: Wo wir dann auch gesagt haben, er hatte relativ schnell die Militärlaufbahn eingeschlagen.
00:07:12: Ich glaube, im ersten Weltkrieg war er schon im Militär.
00:07:16: Und ja ... Wahrscheinlich hat er sich vielleicht auch von seiner Familie durch die Kindheitserinnerungen oder Kindheits-Erfahrungen distanziert oder entfremdet und insofern kam es dazu, dass dann seine Schwester immer behauptet hatte, weil die ist dann in Westdeutschland groß geworden, naja der ist in Amerika um das Thema so ein bisschen zu übertünchen
00:07:44: Ja, vielleicht war er einfach ausgestoßen.
00:07:48: Oder
00:07:48: da?
00:07:48: Vielleicht hat der Sachen gemacht, wo die Familie nicht so d'accord mitgingen und dann wurden oft solche Geschichten auch erzählt.
00:07:59: Und letztendlich ist es ja auch ... Jetzt fragt sich wahrscheinlich jeder so was interessiert mich der Onkel John von ... Wann ist der irgendwie ...?
00:08:08: Achtzehnhundert, ne.
00:08:08: Achtzenhundert irgendwas interessiert mich doch eigentlich gar nicht a. Aber wenn man jetzt bedenkt, dass wir so rausgefunden haben, der müsste zu dem Zeitpunkt als die Briefe geschrieben wurden ungefähr fünf, sechs Jahre alt sein und wir den Bogen für deinen Großeltern, Eltern usw.
00:08:26: schlagen.
00:08:26: Da haben wir ja auch ganz oft das Alter fünf, sechs Jahre.
00:08:30: Und ja, es zieht sich einfach ... Durch deine Familiengeschichte, durch immer wieder in diesem Alter ist irgendwas mit irgendwelchen Kindern, die irgendwelche Eltern verlieren.
00:08:42: Und das ist schon sehr spannend, dass sich das dann so in Familien wiederholt.
00:08:46: und genau darum geht es, dass man einfach das ganze Familiensystem anschaut.
00:08:53: Wenn man da jetzt so draufkommt, wenn man so recherchiert ... Wenn man so ein Genogramm macht, nächste Generation heilen kann.
00:09:05: Da müssen wir auf jeden Vergleich noch mal ein bisschen zu erzählen, das ist ja auch spannend.
00:09:09: im direkten Vergleich mit meiner Schwester zum Beispiel haben wir auch sehr unterschiedliche Lebensmodelle und das konnte man jetzt auch aus den Ursprungsverbindungen tatsächlich auch so ein bisschen ableiten wo das herkommt
00:09:24: genau?
00:09:24: wie geht es denn damit wenn du das selber so für dich jetzt klar und geordnet auf schwarz-auf-weiß, auf Papier hast.
00:09:34: Dir darüber Gedanken machst, wir darüber gesprochen haben... Was macht das mit dir?
00:09:42: Wo du diese ganzen Infos hast!
00:09:44: Ja, fange ich nochmal ganz am Anfang an.
00:09:47: Bevor wir ja angefangen haben, hast du ganz viele Postkarten mitgebracht.
00:09:50: Du hast gesagt, such dir einen Motiv aus was dich ansprichst und wo du dich mit identifizierst.
00:09:56: Und das war ja, sag ich mal so ... jemand der die Arme streckt und die Sonne aufgeht.
00:10:03: Da war mehr oder die Berge.
00:10:05: Wir haben das relativ schnell auf den Begriff von Freiheit im Prinzip definiert.
00:10:11: Und am Ende unseres intensiven Abends ... Dann muss ich ganz ehrlich sagen, da war für mich auch noch mal klar, warum ist es denn bei mir mit dem Freiheitsgedanken so stark ausgeprägt?
00:10:24: Und warum möchte ich in geordneten Verhältnissen leben?
00:10:28: Warum sind mir bestimmte Werte so wichtig, warum ist meine Familie wichtig.
00:10:32: Warum möchte ich eine Vaterrolle einnehmen und diese Leben ... Da muss ich ganz ehrlich sagen, das hat mich dann schon abgeholt.
00:10:39: Das ist eben auch weil du sagst, wer wachsen will, muss Wurzeln haben.
00:10:44: Das hat mir wirklich die Augen geöffnet.
00:10:48: Warum bin ich so wie ich bin?
00:10:50: und dass das wirklich aus der Distanz kommt.
00:10:53: Und da spielt Onkel John tatsächlich auch eine Rolle?
00:10:56: Richtig, genau!
00:10:57: Auch
00:10:57: wenn er ein Achtzehnhundert noch was da gewohnt
00:10:59: ist.
00:11:00: Weil das sind natürlich irgendwie ziehen sich bestimmte Dinge so durch meinen Stammbaum... ...und das habe ich tatsächlich in dem Sammeln von Zahlendaten Fakten überhaupt nicht gesehen oder zusammenhängen.
00:11:13: Da muss ich ganz ehrlich sagen wo du dich in diese Zeiten hineinversetzen konntest.
00:11:20: Ich wusste zum Beispiel nicht, warum hat meine Oma einen Mann geheiratet dessen Frau kurz vorher verstorben war und er hatte ein kleines Kind.
00:11:31: Da habe ich gesagt, warum habt ihr den jetzt geheirattet?
00:11:33: Und da hast du gesagt naja gut die war mit sieben zwanzig schon eine alte Jungfahrt zu der damaligen Zeit Die hat keinen mehr abgekriegt und musste auch versorgt werden und insofern war für die so ne Ehe wahrscheinlich ein gutes Vehikel ...
00:11:46: um sicheres
00:11:47: Einkommen und Auskommen
00:11:48: zu haben.
00:11:48: Ja, genau!
00:11:49: Das war ja damals die Rolle der Frau.
00:11:51: Und ... ne?
00:11:53: Die haben nineteenhundertvierzig geheiratet.
00:11:56: D.h.,
00:11:57: man muss sich dann wirklich in diese Zeit zurückversetzen.
00:12:00: Da war einfach... das war einfach derzeit geschuldet, dass eine Frau da nicht komplett selbstständig sein konnte und durfte leider auch zu der Zeit sicherlich in Gedanken viele Frauen, ne?
00:12:14: Das starke Geschlechterheit.
00:12:16: Aber nichtsdestotrotz war es ganz oft so, dass dann die Männer ziemlich schnell wieder geheiratet haben, um eben auch ihre Kinder versorgt zu wissen.
00:12:26: Und natürlich macht das auch was mit einer Frau.
00:12:29: In dem Fall deine Oma ... Ja!
00:12:32: Mütterlicherseits, ähm... Die natürlich immer irgendwo die zweite Ehefrau war, die ... Vielleicht war die erste Ehefrau ... Die große Liebe oder zumindest mit der man sich vorgestellt hat, das Leben zu leben.
00:12:49: Hat ja auch ein Kind bekommen und ... Ja damals war natürlich sind da Frauen schon mal ... Auch eher gestorben bei medizinischer Versorgung einfach noch nicht so wahr wie sie heute Gott sei Dank ist.
00:13:03: Und dann hat deine Oma quasi die Rolle Nummer zwei eingenommen und hat die wahrscheinlich auch das ganze Leben lang Gelebt.
00:13:13: Ja, klar.
00:13:13: und dann hatte sie ja die Stiefdochter eben von dem Mann aus ... der ersten Ehe, die er auch deutlich älter war, also meine Tante?
00:13:23: Und da haben wir einen Familienbild gefunden, wo die ganze Familie drauf ist, mehrere Cousins-Cousinen
00:13:31: usw.,
00:13:32: das war sehr lustig.
00:13:33: Meine Oma mit ihrem anderen Mann und ihren beiden leiblichen Kindern und die Stieftochter komplett am anderen Rand des Bildes.
00:13:40: Ja.
00:13:42: Interessanterweise auch, du hast das gesagt mit fünf und sechs Jahren bei uns in der Familie.
00:13:46: Das hat irgendwo immer was mit Verlust zu tun.
00:13:49: Entweder ja bei den Eltern ... Aber wenn du mal siehst, als meine Oma gestorben ist, da war ich auch sechs.
00:13:56: Ja, siehst du?
00:13:56: Dann war ja bei dir auch was mit sechs Jahren.
00:13:59: Genau!
00:13:59: Meine auch, dann müsste ich aber noch mal recherchieren, dass mein Cousin ... Nee, mein Neffe auch so fünf, sechs war sich meine Schwester von ihrem Mann gedreht hat.
00:14:12: Also das ist tatsächlich so, dass ich meistens Lebensereignisse und die müssen nicht immer negativ sein.
00:14:19: Wir achten natürlich sehr auf die negativen Ereignisse.
00:14:22: Es gibt aber auch viele positive Eregnisse, die sich in einem Familiensystem wiederholen.
00:14:29: Die negative Erecnisse, wenn man die mal ein bisschen herausarbeitet ... Ist es tatsächlich so ,dass ich dann Sachen einfach wiederholen zum gleichen Zeitpunkt.
00:14:39: Das ist auch was, wo ich dann als erstes darauf achte, was auch ziemlich schnell belegbar ist durch diese Daten und Fakten.
00:14:48: Und da geht es halt so ein bisschen tatsächlich um den Perspektivwechsel, dass man sich mal anguckt, wie gehen diesen Menschen in dieser Zeit?
00:14:57: In diesem System-Familie, das sie bis dahin hatten ... wenn man sich jetzt allein die Rolle der Frau anschaut und die Rolle auch von deiner Tante, die eben die Außenseiterin irgendwo war.
00:15:11: Und das ist natürlich für alle Seiten schwierig.
00:15:14: Damals wurde natürlich auch so ein Tod der Mutter nicht richtig betraut.
00:15:20: Da wurde einfach gesagt ... Ich weiß es noch aus meiner Familie, da wurde meinem Onkel dann einfach gesagt hier, dass deine neue Mutter, wie kannst du jetzt Tante Ruth nennen?
00:15:29: So ne?
00:15:30: Und dann war gut!
00:15:31: Also, da ging's gar nicht ... Darum, dass man eine Trauer aufarbeitet mit einem Kind und so weiter.
00:15:38: Ja klar!
00:15:39: Also das sind so Themen wo ich sage die fand ich jetzt sehr spannend.
00:15:43: Weil die haben einfach nochmal so sehr viel Transparenz da so reingebracht.
00:15:49: Du hast ja auch gesagt, dass bei mir in der Familie die Väter eine ganz besondere Rolle einnehmen in dem sie eigentlich fehlten.
00:15:57: Ja, genau!
00:15:58: Das sind ganz viele Familien tatsächlich so ... Man kann diese Tatsache einfach auch nicht von der Hand weisen.
00:16:05: Deutschland war halt im Krieg.
00:16:06: Da sind viele Väter einfach Großväter oder Urgroßväter nicht zurückgekommen aus dem Krieg und ja die Frauen haben alleine gekämpft, haben wieder geheiratet Und es fehlen einfach ganz, ganz viele Väter und keiner weiß ... was letztendlich passiert ist.
00:16:27: Wie sie gestorben sind?
00:16:31: Auch das, wenn eine Vaterfigur in einer Familie fehlt, zieht sich das durch Generationen hindurch.
00:16:41: Ich arbeite ja so ein bisschen nach der Stellvertreterordnung.
00:16:47: Meistens ist es so, dass man dann entweder ... unbewusst auch das nachlebt, was jetzt ... dass die Männer irgendwie abwesend sind.
00:16:58: Das haben ganz viele Frauen, wenn ihre Männer ganz viel arbeiten, ganz viel beruflich unterwegs sind oder einfach keine Verantwortung übernehmen.
00:17:08: und gleichzeitig kann aber auch das Gegenteil der Fall sein.
00:17:12: so wie ich das raushöre ist es ja bei dir so der Fall, dass du wirklich... Und das hast du ja vorhin auch gesagt Diese Freiheit und die sicheren Verhältnisse sind sehr wichtig.
00:17:24: Da hast du bewusst darauf hingearbeitet, dass du eine präsente Vaterfigur für deine Söhne bist.
00:17:32: Auch das ist ja was Positives.
00:17:37: Darf dir durch diese Genogrammarbeit klarer werden?
00:17:41: Dass du da auch deine Rolle gefunden hast diesen fehlenden Vater, der sich über Generationen hinweg durchzieht.
00:17:51: Ein Stück weit ersetzt in dem du jetzt eine gute Vaterfigur für deine Söhne bist?
00:17:56: Ja und interessant ist natürlich auch das Bild des fehlendem Vaters.
00:18:00: Klar einmal den Kriegen geschuldet ganz klar.
00:18:04: dann haben wir ja hier auch Unfälle bei mir in der Familie wo Männer früher verstorben sind als üblich.
00:18:11: aber es gibt natürlich auch fehlende Väter, obwohl sie noch da sind.
00:18:14: Die einfach emotional fehlen.
00:18:16: Richtig,
00:18:16: genau!
00:18:17: Und das ist eben auch so das Spannte.
00:18:18: und wenn man dann so ... Du hast das ja wunderbar auf so einem Flip-Chart hier aufgemalt.
00:18:23: Dann sieht man irgendwo die Familienstränge... Und dann sieht man relativ viel Chaos, sag ich jetzt mal bei mir.
00:18:30: So uneheliche Kinder, chaotische Verhältnisse, wechselnde Partnerinnen, Partnern.
00:18:37: Wenn ich in die Lebenswirklichkeit teilweise reinschaue dann war das oftmals geprägt von, ich sag jetzt auch mal sozialem Abstieg finanziellen Schwierigkeiten und und.
00:18:49: Und dann guckt man so bei mir hinter da unten so und dann eben seit über dreißig Jahren eine Beziehung zwei Söhne finanzieller Rahmen also alles ein bisschen langweilig.
00:19:01: Wenn ich dann aber übertrage das Ganze jetzt so was habe ich eigentlich welche Beziehungen pflege ich denn zu meiner Ursprungs-Familie wo ich herkomme?
00:19:10: Und wie sind da die Kontakte?
00:19:11: Da muss ich sagen, es ist gar nicht mehr so viel.
00:19:14: Wahrscheinlich weil ich komplett aus dem Raster falle und eben nicht dieses Chaos ... was viele so adaptiert haben über Nom-Harm aus den vorherigen Generationen, dass sich für mich irgendwann entschieden habe, ich möchte das
00:19:25: nicht.".
00:19:27: Ja, und das ist ja auch eine sehr bewusste Entscheidung, die es manchmal auch einfach notwendig macht, diesen, dass man wenig oder gar keinen Kontakt hat.
00:19:38: weil es manchmal einfach zu gewissen Zeiten auch gut ist.
00:19:42: Ähm ... Und trotzdem kann das eine Chance sein, dadurch dass man jetzt ein bisschen mehr in seinem Familiensystem den Überblick hat und die Klarheit hat und seine eigene Rolle klarhat.
00:19:58: Mhm.
00:19:58: Die Rolle auch gut oder richtig ist und bewusst gewählt ist und auch bewusst gelebt werden darf auch jetzt gar nichts mehr unbedingt dazwischenkommen muss, was irgendwie unbewusst ist.
00:20:12: Ist es trotzdem eine Chance mit einer klaren Haltung den Kontakt irgendwann?
00:20:19: Wenn man das Gefühl hat selber ... Man macht das jetzt, braucht das jetzt und will das jetzt oder die andere Seite auf einen zukommt, dass man dann einfach ne ganz andere Haltung gegenüber den Menschen hat, wo man eigentlich keinen Kontakt hat weil man vielleicht deren Lebensweise nicht so unterschreibt.
00:20:39: Ja, das ist ein sehr guter Punkt, Nina und den würde ich gern vertiefen und von meiner Person lösen.
00:20:44: Ich kann mir vorstellen, dass bei der Arbeit mit der Familienbiografie stößt du ja immer wieder auf Themen, Störfelder wo die Menschen sagen, ich hab da einen Thema auch, dem möchte ich mal begegnen.
00:20:56: Möchte ich Transparenz bekommen?
00:20:58: Möcht ich vielleicht angehen dieses Thema?
00:21:00: Und wenn du jetzt solche Dinge halt ... erkennst und so eine Hilfestellung geben kannst.
00:21:06: Nach dem Motto ... Du bist heute erwachsen, du bist nicht mehr das Kind?
00:21:11: Du weißt jetzt wie deine Rolle in der Familie zustande gekommen ist.
00:21:15: Du hast die Transparenz darüber und kannst mit einem ganz anderen Selbstbewusstsein auch wieder in diese Familienstruktur zurückgehen.
00:21:22: Mhm.
00:21:23: Wem bringt das was?
00:21:25: Naja allen!
00:21:27: Aber erzähl mal warum.
00:21:28: Warum dir das so wichtig ist?
00:21:30: Weil ich war ja direkt auf den Standpunkt Ganz ehrlich, nur Chance.
00:21:34: Also der Zug ist abgefahren.
00:21:35: Möchte ich gar nicht mehr, weil ... belastet mich dann vielleicht an der einen oder anderen
00:21:41: Stelle.
00:21:41: Ja und das ist ja auch ein Prozess?
00:21:42: Ich find den Anderen aber spannend.
00:21:44: Du kannst doch aus einer ganz anderen Blickweise jetzt, wenn du da drauf schaust, kannst du jetzt ja ganz anders agieren als wie vorher.
00:21:49: Mhm,
00:21:50: ich glaube, dass es auch alles ein Prozess.
00:21:54: Na, das hast du jetzt für dich entschieden, weil's gut ist.
00:21:58: Wenn jetzt ... in drei Monaten jemand anrufen würde und sagt, ich will mal wieder Kontakt mit dir oder einen Kontakt abbruch hast.
00:22:05: Reagierst du vielleicht ganz anders wie wenn du diese Arbeit jetzt nicht gemacht hättest?
00:22:10: Und das Gegenüber reagiert dann natürlich auch irgendwo darauf ... welche Haltung du jetzt grad hast!
00:22:20: Ich glaube da ist einfach so eine gewisse Offenheit vielleicht, Vorsicht vielleicht.
00:22:28: Aber das muss natürlich jeder für sich ausprobieren.
00:22:31: Da gibt es kein Patient-Prozept, dieser Arbeit ist ja auch einfach Prozessarbeit.
00:22:37: und manchmal ist es so dass dann Leute irgendwie nach zwei Monaten anrufen und sagen Gott ich hab mit einem Verwandten telefoniert, mit denen habe ich jetzt zwanzig Jahre nicht telefoniert und es war total schön und das ist irgendwie ein Gefühl von Familie Und diese alten Themen waren gar nicht mehr da, das gibt's auch.
00:22:56: Das sind dann so schöne Momente einfach.
00:22:59: Und es bringt einfach unfassbar viel Klarheit.
00:23:04: Mhm.
00:23:05: Ähm
00:23:06: ... und Klarheit ist immer gut, damit man eine klare Haltung hat zu seinem Leben?
00:23:14: Ja.
00:23:14: Und nicht daraus versehen in einer ... In eine Loyalität gegenüber den Ahnen geht also denenjenigen die das in der Familie reingebracht haben und wo es immer wieder unbewusst wiederholt wird.
00:23:31: Klar, das
00:23:32: hat ja auch keiner böswillig gemacht.
00:23:35: Genau!
00:23:35: Und das ist auch das Wichtige, dass wir das ... Deswegen gucke ich ja so sehr auch wie ging's den Menschen zu der Zeit?
00:23:43: Es geht nie darum, irgendjemanden die Schuld für irgendwas zu geben, sondern wir haben alle ein ... Jedes Familiensystem ist komplett anders.
00:23:51: Mhm.
00:23:52: Wir gucken auch auf das Positive und die Kraft, die da drinsteckt.
00:23:58: Weil das ist was die Menschen im Hier-und-Jetzt brauchen damit sie eben nicht in diesen unbewussten Loyalitäten drinhängen.
00:24:09: Aber natürlich guckt man schon ... Das muss ich sagen, also so ging's mir zumindest.
00:24:13: Man guckt stark auf die Defizite.
00:24:16: Also was sieht so wie ein roter Fadendurchzug mit Verlust?
00:24:20: in jungen Kindheitstagen, den viele verspürt haben.
00:24:23: In meiner Familie die fehlenden Väter an vielen Stellen ... Das ist natürlich schon so ein Defizitgedanke und damals gab es ja gar nicht die Möglichkeit das irgendwie aufzuarbeiten.
00:24:33: Hat ja niemand drüber gesprochen,
00:24:35: musste
00:24:36: akzeptiert werden.
00:24:37: Aber jetzt sind wir alle in der Lage sozusagen einen anderen Blick einzunehmen, sich selber auch darauf einzustellen zu verändern.
00:24:44: Du hast es glaub ich so schön ... geschildert in so einer Familie, so ein Mosaik ist.
00:24:49: Nicht so ein ... Mobili eigentlich?
00:24:52: Genau!
00:24:52: Und alles hängt irgendwie mit allem zusammen und natürlich wenn Dateile fehlen dann ist das Mobilier plötzlich schräg oder dann hängt es so komisch und natürlich kann jeder der noch Teil dieses Mobiliers ist auch daran arbeiten dass da wieder mehr vielleicht Gleichgewicht und Harmonie auch hineinkommt.
00:25:10: Genau und diese Harmonie die bringen wir im Prinzip.
00:25:16: Also wir haben im Prinzip dein Mobilee ein bisschen grader gemacht, als wir herausgefunden haben das John erst sechs Jahre etwa, als er diese Briefe geschrieben hat.
00:25:26: Und dadurch ist oben im System, sag ich mal ... Ein bisschen was gerade gerückt und das hat natürlich Auswirkungen auf die unteren Generation dann wiederum.
00:25:37: Also du hast im Prinzip ganz viel für alle anderen auch getan.
00:25:43: Und genauso Das ist wieder was, wo wir wieder so eine Ebene verlassen, die vielleicht nicht unbedingt erklärbar ist.
00:25:50: Die aber ... die es einfach in der systemischen Arbeit schon sehr lange gibt, die in Familienaufstellungen funktioniert.
00:25:57: Da passiert halt systemisch was und ich finde dieses Bild des Mobilis sehr schön.
00:26:03: Wenn du oben was gerade gerückt hast, drückt bei anderen auch was grade?
00:26:06: Und dann haben die auch vielleicht ne andere Haltung ohne dass sie selber was dafür getan haben.
00:26:13: Das klingt ein bisschen verrückt, aber genauso funktionieren eher auch z.B.
00:26:18: klassische Familienaufstellungen?
00:26:22: Also ich muss ganz ehrlich sagen, ich war am Anfang echt skeptisch.
00:26:25: Ich hab gesagt es ist ein spannendes Thema, aber wie will man jetzt irgendwie was aus der Vergangenheit zu Recht konstruieren?
00:26:31: wo ich heute etwas mit anfangen kann und deshalb fand ich das wirklich spannend diesen Prozess ... Das hat ja auch echt gedauert.
00:26:37: also ich glaub wir waren zweieinhalb Stunden, drei Stunden locker damit dem Thema beschäftigt.
00:26:42: Es war auch anstrengend
00:26:44: Weil natürlich
00:26:44: keiner jetzt sagen konnte, so ist es.
00:26:47: Man hat sich dem Thema Stück für Stück angenähert.
00:26:52: Genau und man muss da wirklich ein bisschen auch um die Ecke denken immer wieder rechnen.
00:26:57: Da gibt's viele ... Bei dir war das ziemlich klar, dass immer fünf, sechs Jahre oder jemand mit so alt gestorben ist.
00:27:07: Manchmal sind's auch Namen, die einen dann was hinweiss geben wie ... Frank und Franz hast du ja sehr oft im System.
00:27:18: Orte und Daten sind auch immer sehr spannend, also ... wenn man eine reine Ahnenforschung macht, guckt man auf?
00:27:25: Da komme ich her aus Danzig oder so.
00:27:27: Und jetzt lebe ich in Hahn.
00:27:31: Ja aber warum?
00:27:32: Bist du aus Danzig weg?
00:27:34: Warum musstest du da weg, was steckt dahinter.
00:27:36: Da guckt man ja in der Reihenahnenforschung erst mal nicht hin und das ist halt der Punkt wo ich dann dazu komme Hinweise gebe, wie ging's den Menschen denn zu der Zeit?
00:27:46: Was hat das mit einer Familie gemacht.
00:27:48: Geschwister und viele Geschwisters sind sehr wichtig, weil sich dann einfach schlicht und ergreifend wenn es eine Fehlgeburt gibt über die nie gesprochen wurde.
00:27:59: Wenn es einen ... Es sind früher sehr viele Kinder bei der Geburt gestorben.
00:28:05: Wenn darüber nicht mehr gesprochen wurde aber man findet irgendwann eine Geburtsurkünne über dieses Kind verschiebt sich wieder eine ganze Geschwisterreinfolge.
00:28:14: Dann ist vielleicht das erste Kind gar nicht mehr das erste kind.
00:28:18: Da mussten wir ein bisschen spekulieren, weil die berühmte Lücke ... Also bei meiner ... Roma war es ja?
00:28:25: Ja!
00:28:25: Das heißt, meine Mutter und ihrer leiblichen Schwester sind acht Jahre da was auseinander.
00:28:31: Genau.
00:28:31: Und das eher ungewöhnlich, sagtest
00:28:33: du.
00:28:33: Zu der Zeit ist das natürlich eher ungesinnig, weil es eben auch noch nicht die Verhütungsmittel gab.
00:28:41: Klar.
00:28:41: Wenn man das nicht zu hundert Prozent weiß, manchmal ist es so, dass schon irgendwer in der Familie mal irgendwo aufgeschnappt hat oder dann doch irgendwie mal ... was eine Urkunde oder irgendwas gefunden wurde.
00:28:55: Dann kann man das ziemlich sicher nachweisen hier.
00:28:58: Kann man's jetzt nicht nachweisen?
00:29:00: Es ist eine Vermutung und dann darf es auch so stehen bleiben, ne?
00:29:04: Also... Man kann ziemlich viel durch Daten und Fakten ... Nachweisen, man kann auch noch ziemlich viel anfordern.
00:29:12: Aber manche Sachen ... Ich sag mal, wenn du da ein Gefühl für hast, wo du jetzt sagst, ich hatte schon immer das Gefühl, dass da vielleicht noch ein Geschwister fehlt, dann ist es meistens richtig.
00:29:26: Dann hat man das irgendwie gespürt und mitbekommen, aber man kann's halt doch nicht mehr beweisen.
00:29:33: Man darf sich auf sein eigenes Gefühl und seine eigene Intuition verlassen dürfen.
00:29:38: Ja klar!
00:29:40: Ja, und bei mir ... ich spreche heute auch offen drüber.
00:29:43: Über Generation muss ich ganz ehrlich sagen, hab ich für mich mal so mitgenommen, da waren mit Sicherheit einige dabei die unglücklich in Beziehungen waren.
00:29:55: Da waren welche dabei abhängig von Beziehung waren.
00:29:59: Und da sind auch viele dabei, die unsicher in Bezierungen waren!
00:30:04: Und zwei jetzt mal ganz unabhängig.
00:30:05: Von welchen Beziehungs?
00:30:06: Vater, Mutter... Kinder oder Großeltern und die Eltern.
00:30:13: Wie auch immer, also das ist schon ... schon spannend.
00:30:16: Und wie sich das eben ... Du hast es mit dieser Stellvertreterfunktion angesprochen?
00:30:22: Wie sich das teilweise von Generation zu Generation weiterträgt.
00:30:25: Bei uns ist es ja vor allem ... Dann sind's dann die Frauen, die im Prinzip diese Stellvertretepositionen eingenommen haben oder im Prinzip das immer weitergelebt haben.
00:30:34: So dieses ... dieses schwierige, konfliktreiche Leben.
00:30:40: Mhm,
00:30:41: genau.
00:30:42: Ja, das ist auch ganz oft einfach eine Loyalität, die man dann gegenüber seinen Eltern und Großeltern und so hat.
00:30:51: Und wo sich Sachen wiederholen ... Wo grad faun auch das Gefühl irgendwie haben, ich muss da jetzt ... Kann ich mein hundertprozentiges Potenzial ausleben?
00:31:09: Oder darf es nicht ... weil eben immer auch, und das muss man auch einfach geschichtlich ein bisschen einordnen.
00:31:19: Weil's eben auch sehr lange noch so war, dass die Männer einfach machtvoller waren.
00:31:28: Und teilweise ja wirklich noch sind.
00:31:31: Und dass wir in solchen Beziehungen einfach ... teilweise feststecken.
00:31:36: Und ... ja, da auch vielleicht nicht so hundert Prozent unserer Potenzial ausleben, was wir ausleben sollten und auch könnten.
00:31:48: Aber wo es ... Ja, deswegen sollte man diese Arbeit machen, um einfach auszusehen.
00:31:53: Wow!
00:31:53: Was steckt denn da überhaupt für eine Kraft in den Frauen?
00:31:57: Die da auch im meinem System waren?
00:31:59: also, ne?
00:32:00: Die hatten natürlich einfach das Pech, dass die auch einfach Kriegsopfer waren und ganz oft vielleicht ihre Potenziale gar nicht so ausleben konnten, wie sie es wollten.
00:32:14: Wenn der Krieg nicht gewesen wäre ... Vielleicht wären wir dann in der Frauenrolle schon viel weiter.
00:32:19: Das weiß man nicht.
00:32:21: Aber zu gucken, was haben die denn eigentlich geschafft?
00:32:26: Alleine zu flüchten, alleine Kinder großzuziehen, irgendwo anders neu zu starten Ja, und auch vielleicht jemanden zu heiraten, den man nicht zu hundert Prozent geliebt hat.
00:32:40: Was da für Kräfte drinstecken?
00:32:42: Also ich meine ... hätten die das nicht gemacht, würde es uns alle nicht geben, ne?
00:32:48: Und ja, das sollten wir Frauen aussehen!
00:32:52: Das ist eben das Schöne, so ein ganz anderer Blick mal auf diese Themen.
00:32:56: Genau.
00:32:56: Das finde ich eben so, dass du's in die Zeit einordnen kannst.
00:33:00: und dann auch persönlich oder positiv draufschauen kannst.
00:33:03: Mhm, genau!
00:33:04: Das
00:33:04: finde ich wirklich gut.
00:33:06: Jetzt mal so Hand aufs Herz ... So mein Fall in Anführungszeichen.
00:33:10: war das jetzt ein typischer Fall?
00:33:12: Oder sagst du, jeder Fall ist komplett anders?
00:33:15: Es gibt keine typischen Fälle.
00:33:18: Nein also es sind natürlich Sachen die sich irgendwie ähnen weil sie einfach den geschichtlichen Hintergrund bei der zu jeder Ortzeit
00:33:28: usw.,
00:33:29: Ähnlich sind.
00:33:30: aber jedes Familiensystem ist einfach komplett anders.
00:33:36: Es ist wie ein Fingerabdruck, so ist es einfach.
00:33:38: Und was haben die für Fragestellungen?
00:33:44: Gibt's da einen roten Faden oder ist das auch komplett unterschiedlich?
00:33:46: Das ist auch komplett Unterschiedlich und das muss man auch manchmal noch ... rauskitzeln.
00:33:52: Hast du ein paar Beispiele aus der Erfahrung?
00:33:55: Ja, Frauen da ist das tatsächlich ganz oft so.
00:33:58: wirklich wie kann ich meine hundertprozentige Kraft egal was die jetzt haben zum Beispiel beruflich oder privat Wie kann ich mich da aufstellen wie kann Ich das wirklich leben obwohl ich es nicht lebe zu merken dass ja irgendwie das sind immer so Die Fuse-Probleme.
00:34:16: Genau,
00:34:18: bei sich und klingst du nicht so auf dich Grasen?
00:34:19: Setzen irgendwie das Ganze nicht so ganz um, genau.
00:34:22: Ja ... Und ähm ... Das sind ... ja!
00:34:27: Das sind ganz verschiedene Themen einfach.
00:34:32: Es geht immer irgendwie um die Fuse ... Ich nennt es mal Symptome.
00:34:39: Mhm.
00:34:42: Ähm... Wo man nicht so hundert Prozent in seiner Lebenskraft ist und wo man ziemlich schnell merkt, aha!
00:34:49: Da war ja mal was im System.
00:34:51: Also ich sage mal ein ganz einfaches Beispiel, dass jemand zum Beispiel keine lauten Geräusche gut haben kann und versteht es von heute auf morgen, versteht gar nicht warum?
00:35:05: Und plötzlich merkt man Aua, meine ... Oma war aber mitten im Bombenkrieg von A nach B irgendwie, und musste sich da irgendwie ... in einem Bunker retten oder so.
00:35:18: Und da kommt manchmal sowas ... Sowas diffuses vor, was nicht richtig rauskommt.
00:35:24: Es geht auch nicht darum jetzt ... Ich bin keine Therapeuten.
00:35:30: Also ich würde jetzt keine Depression heilen oder ... mich mit psychischen Erkrankungen beschäftigen, sondern er ... Mit den normalen kleinen Problemen im Alltag.
00:35:44: Wo man sagt, das ist bei mir so die Fuß da?
00:35:49: Es ist kein Riesenproblem, aber es nervt mich und stört mich.
00:35:53: Mhm.
00:35:53: So.
00:35:54: Okay.
00:35:55: Und jetzt war ich ja bei dir, es waren andere bei dir.
00:36:02: Ähm... Rama gesagt, jetzt lassen wir es erst mal sacken.
00:36:04: Ich hab auch noch ein paar Aufgaben bekommen.
00:36:06: Kannst ja da nochmal recherchieren und dort nochmal recherchesieren.
00:36:08: Auch mal recherchierend war jetzt auch schon wirklich in so einem Non-Closter oder im Internet oder was halt immer.
00:36:14: Ähm ... Konnte ich mich jetzt noch nicht so ehrlich sein aufraffen ne?
00:36:18: Weil Thema Ahnenforschung ist für mich komischerweise, weil geraumer Zeit spielt das gar nicht mehr so die große Rolle wie vorher.
00:36:24: Na
00:36:24: sowas!
00:36:25: Vorher
00:36:25: fand ich das total spannend.
00:36:27: Aber jetzt sind so viele Fragen äh ... geklärt, sag ich jetzt einfach mal so.
00:36:33: Mhm.
00:36:33: Wo soll man jetzt noch weiter ansetzen?
00:36:36: Also da fehlt mir ein bisschen der Drive.
00:36:38: Aber was würdest du empfehlen?
00:36:39: Man hat das Gespräch mit dir gemacht und diese Aufstellung gemacht.
00:36:42: Man lässt das mal sacken.
00:36:43: Das ist vielleicht klarer geworden.
00:36:45: Vielleicht sind auch neue Fragen aufgetaucht.
00:36:47: Wie wäre der nächste Schritt?
00:36:49: oder was empfiehlt es einem dann?
00:36:52: Ja, dass man tatsächlich nochmal sich wirklich trifft und guckt.
00:36:56: Was hat sich verändert?
00:37:00: Was hast du noch für Fragen und welche konkreten Ziele hast du jetzt tatsächlich umgesetzt?
00:37:06: Also wie geht's dir damit, dass du vielleicht eine Veränderung in deinem Leben irgendwie eingebracht hast.
00:37:13: Dass du den Job gewechselt hast oder dass du jetzt doch Kontakt zu deiner Mutter hast oder so was ... Wie geht es dir damit?
00:37:21: Und wie du es schon sagst, dass man einfach mal
00:37:24: guckt...
00:37:25: Ja ich hab jetzt eigentlich gar nicht mehr so ein großes Interesse an Anforschung Und ich bin da gut mit, dass ich im Moment keinen Kontakt zum gewissen Teil der Familie habe.
00:37:38: Weil es mir damit gut geht und das ist okay wie's isst.
00:37:44: Das ist ja wirklich ein Prozess.
00:37:46: Wenn ich jetzt in vier Monaten wieder mit dir spreche, dann hast du wahrscheinlich noch mal eine ganz andere ... sichtweise oder sagst noch mal ganz was anderes, wie es dir jetzt damit geht.
00:37:58: Das ist einfach eine Sache ... Wie alle Sachen, dass man das nicht ... Ich geh da hin und tack!
00:38:07: Ist mein diffusives Problem irgendwie weg?
00:38:09: Sondern, dass es wirklich ein Prozess und irgendwann merkt
00:38:13: man, oh,
00:38:14: es hat sich ja tatsächlich etwas in meinem Leben
00:38:16: verändert.".
00:38:17: Ja, bleiben wir nochmal bei dem Bild des Mobilis.
00:38:20: Wenn sich da was verändert, dann verändert sich ja das gesamte Familiensystem.
00:38:24: Genau!
00:38:25: Und daraus ergeben sich ja vielleicht auch wieder neue Fragen, vielleicht auch neue Probleme.
00:38:31: wie auch immer und ich glaube... Das merke ich jetzt so weil du hattest ja auch nochmal deine Zettel mitgebracht und hattet es auch noch mal was ein oder andere nochmal sacken lassen und hast auch nochmal einen neuen Input mir vorhin gegeben.
00:38:44: und das ist schon interessant.
00:38:48: Ich sag's mal mit jemandem Fremdes, so zu sprechen.
00:38:51: Der aber die eigene Familie auch kennt.
00:38:54: Weißt du?
00:38:55: Mhm.
00:38:55: Du kennst meine Familie jetzt fast genauso gut wie
00:39:01: ich.
00:39:02: Nur
00:39:02: nicht persönlich!
00:39:03: Genau.
00:39:03: Aber man kann sich mit dir halt dann über die Familie unterhalten und du weißt worüber ich rede.
00:39:09: Wo du die Menschen gar nicht kennst.
00:39:12: Und das ist dann schon finde ich wieder eine spannende Geschichte dass man da eben, wenn du hast es sonst und hast halt den Partner die Partnerin oder jemand aus der Familie.
00:39:23: Oder die beste Freundin, ein bester Freund, der sagt, wir sind alle bekloppt bei dir gut, dass ihr keinen Kontakt mehr dazu hast.
00:39:29: Das hilft ja im Prinzip auch nicht weiter.
00:39:30: Und du hast einen ganz anderen Blick auf diese Familienstruktur und auf mich?
00:39:35: Da kann man sich wirklich noch mal gut austauschen, wenn da weitere Fragestellungen da sind.
00:39:40: Ich kann das nur empfehlen.
00:39:41: So war's dann immer wieder ... zu nehmen, neue Anknüpfungspunkte dazu
00:39:46: suchen.
00:39:46: Genau!
00:39:46: Ja und das hört auch eigentlich nie auf ne?
00:39:49: Also ich arbeite jetzt ja schon als Beleid.
00:39:52: Nina... so haben wir aber nicht gewettet.
00:39:56: Ich arbeite ja jetzt wirklich schon sehr lange mit meinem Familiensystem und ich habe immer wieder neue Themen.
00:40:06: Also ich mach das natürlich so, wenn ich jetzt irgendein Thema in meinem hier und jetzt Leben hab.
00:40:11: Dann ist das erste was ich mache ins Genogramm gucken weil ich es eben einfach auch kann und weil das mein Weg ist da Antworten zu finden.
00:40:22: Da muss natürlich auch jeder seinen Weg finden.
00:40:24: Ich finde das ein super gutes.
00:40:27: Ja, ich find's einfach so toll.
00:40:29: Weil es deine eigene Geschichte, dein eigenes Familiensystem ist.
00:40:32: Das sind die Menschen, die uns auf diese Welt gebracht haben und natürlich haben wir was mit denen zu tun.
00:40:38: Für mich ist das total logisch und gibt es nichts anderes, wenn man seine Wurzeln nicht kennt.
00:40:43: Aber das muss jeder für sich entscheiden und es hört nie auf!
00:40:47: Es ist so ...
00:40:48: Und da kann ich auch noch mal die Werbetrommel rühren dahingehend, dass man ja selber irgendwann Ahne isst von den nächsten Generationen Wahrscheinlich.
00:40:58: Und insofern, wenn man da was hinterlassen möchte für die Nachwelt und nachfolgende Generationen, finde ich das auch ganz spannend.
00:41:04: Dass sie gar nicht so rumrätseln müssen?
00:41:07: Was war denn der frankfühlen Typ oder wie hat er die Nina gelebt und wie hat die bestimmte Entscheidung getroffen?
00:41:12: Sondern dass man sie vielleicht auch mal niederschreibt oder ein Video aufnimmt oder irgendwie sowas.
00:41:18: Wenn dann Enkel urenkel sich das später zu Gemüte führen, Aus erster Hand, sag ich mal.
00:41:24: So erfahren was ein selber so bewegt hat?
00:41:27: Ja und tatsächlich auch mal einen Stammbaum anzufertigen.
00:41:33: Denn also ... Ich glaube nicht dass viele Kinder heutzutage noch wissen wo eigentlich ihre ursprünglichen Wurzeln liegen Und es hört dann einfach irgendwann auf Dann weiß man nicht mehr das jemand in Danzig geboren ist oder in einem komplett anderen Land, weil du schon über Generationen eben einfach zum Beispiel hier in Deutschland lebst.
00:41:58: Und das ist etwas wo ... Ja, wenn jemand irgendwann mal armen Forschung macht, ist es einfach schön, wenn man da nicht mehr so viel tun muss, sondern sich das irgendwie anschauen kann auch wenn man gar diesen ... unbedingt diesen Hintergrund hat.
00:42:14: ich muss da jetzt Gott weiß was herausfinden für mich sondern einfach auch zu wissen, wo komme ich denn ursprünglich her?
00:42:22: Und wer waren diese Menschen die da in meinem Familiensystem mitgespielt haben und woher ... hab ich vielleicht meinen Berufswunsch auch.
00:42:34: Gab's da vielleicht schon mal einen, der das gemacht hat?
00:42:36: Kann ich das noch rausfinden?
00:42:38: Weil irgendwann ... Ich merk es ja bei mir selber.
00:42:41: Mein Sohn wird jetzt Urmacher und ich würd so gerne wissen, wer sich da mal als Urmachter irgendwie beruflich interessiert hat oder so.
00:42:50: Und das ist auch etwas was bei mir leider nur unter Vermutung verbucht ist weil ich nichts beweisen kann.
00:42:58: Das sind so Fragen Die sind einfach nett und spannend auch, selbst wenn man nicht so viel damit machen möchte.
00:43:05: Also schreibt es auf, macht ein Genogramm einen Stammbaum, schreibt möglichst viel über euch auf, damit das einfach festgehalten ist?
00:43:16: Ja, und was schön ist bei deiner Arbeit ist ja du arbeitest auch mit Kindern oder halt mit diesem Familienbuch, was man erstellen kann.
00:43:23: also gibt's ja ganz viele unterschiedliche Möglichkeiten sich mit dem Thema zu beschäftigen.
00:43:29: Genau!
00:43:30: Da finde ich, das gefällt mir eben ganz besonders gut, dass du hier dieses Angebot in Hahn hast.
00:43:37: und ja jetzt aus eigener Erfahrung kann ich auch jeder Hörer in jedem Hörern nur sagen, probiert es mal aus bei der ANINA und macht das mal ist echt spannend.
00:43:49: Gerne,
00:43:51: Ja!
00:43:51: Insofern haben wir heute einfach nochmal Wie gesagt, wir hatten uns das ja vorgenommen zu machen und ich hatte dann auch gesagt wenn wir es dann gemacht haben.
00:43:58: Dann wollen wir auch mal der Hörerschaft sagen was hat das hier ausgelöst?
00:44:01: so aus erster Hand weil ich hatte mir die Folge tatsächlich hinterher noch einmal angehört Das klang alles schon mega interessant.
00:44:09: Das hat mit meinem Febel eben der Ahnenforschung ein bisschen zu tun.
00:44:13: deshalb hat mich das auch angesprochen.
00:44:15: aber so unterm Strich muss ich also ehrlich sagen konnte ich's mir halt nicht vorstellen.
00:44:21: Deshalb glaube ich einfach nochmal, ist es gut heute noch mal da so ein bisschen zu zeigen und erzählt zu haben was einen da tatsächlich erwartet?
00:44:30: Was für spannende Erkenntnisse daraus kommen.
00:44:33: Genau!
00:44:33: Und das ist tatsächlich auch dass wie du gerade schon gesagt hast man muss es einfach ausprobieren und das reicht ja manchmal auch wenn man ein Thema hat was einen grade so beschäftigt.
00:44:45: das ist ganz oft auch einfach Elternthemen, die so tagtäglich da sind.
00:44:52: Und da nicht nur aufs Kind zu schauen oder auf die Familie in der man gerade lebt sondern tatsächlich mal ein bisschen weiter schaut und es kann auch nur ein Teilgenogramm sein also einen Teil dessen.
00:45:04: das findet man ziemlich schnell raus wenn man die richtigen Fragen stellt und dann kann man da auch schon Sachen lösen wo man denkt boah jetzt komm ich nie mehr klar mit meinem Trotzi-Kind oder so, ne?
00:45:15: Und das ist einfach ein bisschen Erweitertes Schauen in die eigene Geschichte.
00:45:20: Das lohnt sich immer!
00:45:22: Nina, an der Stelle noch mal ganz lieben Dank auch nochmal heute, dass du dabei warst bei Podcast und nochmal von meiner Familie erzählt hast.
00:45:31: Ja, ich hoffe, ich hab nicht zu viel erzählt.
00:45:33: Es hat Spaß gemacht.
00:45:34: Absolut.
00:45:35: also noch einmal ganz liebendank.
00:45:37: und wie gesagt, ich kann es nur jedem empfehlen, bei dir mal eine Session zu buchen.
00:45:41: Ich auch.
00:45:45: Wenn dir diese Folge gefallen
00:45:46: hat, bitte abonnieren und in vierzehn
00:45:49: Tagen wieder rein hören!
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